
Basisorientierung braucht neue Perspektive: von “Unten” nach “Oben!”

Eine Frage “Auf Leben & Tod!”
In einem zweitägigem Zukunftssymposium am 21. und 22. August 2026 in Gmünd nützten Aktivist:innen, die sich gegen Verschlechterungen in der Gesundheitsversorgung durch den „Gesundheitsplan 2040+“ stellen, den Sommer, um sich auf einen kämpferischen Herbst vorzubereiten. Josef Baum, Stadtrat aus Purkersdorf und Teil der ÖSI-Liste Baum: „Ziel war es im Rahmen der erreichten Vernetzung rund um den Kampf gegen die geplanten Schließungen des LK Gmünd und der 11 Notarztstützpunkte darüber zu beraten, wie bisherige Teilerfolge strategisch abgesichert werden können.“ Zu diesen Themen gab es abschließend eine heiße Diskussion ums Gesundheitswesen.

ÖSI: Partizipation braucht den Blick von “Unten” nach “Oben”
In seinem Referat am Samstag über gelungene Partizipation zeigte Christian Oberlechner, dass die ÖSI-Grundsätze und vor allem die “wertschätzende Sachpolitik” durch die zentrale Position der ÖSI innerhalb der Gesundheitsbewegung “Plattform NÖ” einfließen konnten, diese mit geprägt haben und politische Teilhabe Sinn macht.
“Statt von Links nach Rechts zu schauen müssen wir zusätzlich von der Basis, also unten, den Blick nach oben richten. Dort werden die Entscheidungen getroffen. Bürger:innen sind DIE Kraft im Staat, die das meiste Potential für Veränderungen hat.”

Das Waldviertel hat eine Geschichte des Widerstandes
Am Freitag referierte DDr. Josef Baum darüber, warum in NÖ autoritärer Konservativismus dominiert und über die Geschichte des Widerstandes dagegen. Er legte auch Gründe offen, warum das Krankenhaus in Gmünd wirklich geschlossen werden soll. Univ. Prof. Dr. Andrea Komosly, Autorin des Buches „An den Rand gedrängt“, beleuchtete das Waldviertel aus Sicht der Arbeitenden und Beherrschten. Am Nachmittag stellte DI Dr. Bernhard Schneider seine Studie „LK Gmünd 2.0“ vor. Es ist eine wissenschaftliche Ausarbeitung für eine realistische und bessere Alternativ-Lösung für das LK Gmünd. Im Gegensatz zu der derzeit von der Landesregierung geplanten Schließung.

Neoliberale Gesundheitspolitik schadet Patient:innen
Der Samstag stand ganz im Zeichen des renommierten Gesundheitsjournalisten Martin Rümmele, Autor mehrerer Büche, unter anderem „Krank gespart“. Martin Rümmle beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Gesundheitswesen. Er belegt ganz klar: Privatisierung und neoliberale Gesundheitspolitik, wie sie die Landesregierung betreiben möchte, ist teuer, zum Schaden der Patient:innen und unsolidarisch.
Im Bild: Martin Rümmele, Gesundheitsjournalist und Buchautor

Unser Kampf ist eine Frage “Auf Leben & Tod!”
Christian Oberlechner, Obmann der ÖkoSozialen Initiative (ÖSI): „Die geplanten Schließungen des LK Gmünd und der 11 Notarztstützpunkte sind weit mehr als regionale Probleme. Hier wird unser Gesundheitssystem in eine Richtung verändert, die viele Niederösterreicher:innen aus einer gleichwertigen Gesundheitsversorgung ausschließen wird. Es ist sprichwörtlich ein Kampf „Auf Leben und Tod!“ Deshalb müssen wir weiter zusammenhalten und mutig weiterkämpfen, bevor hier ein Schaden für Generation angerichtet wird.“

Heiße Diskussion unter Moderation von Elisabeth Eckhart
Abschließend gab es unter der Moderation von Elisabeth Eckhart eine Podiumsdiskussion mit reger Publikumsbeteiligung. Diese verlief leidenschaftlich, aber konstruktiv und solidarisch. Mit dabei waren Reinhard Köhler (Vorstand Verein „LKGmündbleibt“), Christa Sarcletti („ZusammenHaltNÖ“), Christian Oberlechner (ÖSI), Josef Baum (Linke Plattform), Max Zirngast (KPÖ), Thomas Miksch (Stadtrat SPÖ) und Silvia Moser (Gesundheitssprecherin Grüne NÖ). Veranstalter waren das Verkehrs- und Regionalforum W4, die Linke Plattform NÖ, die ÖkoSoziale Initiative (ÖSI) und der Verein “LKGmündbleibt”.
